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Auszug aus den Artikeln

3 EDITORIAL

Fachkräftemangel, so überraschend wie Weihnachten und Ostern

Statt zu überlegen, wie etwas geht, beschäftigen wir uns in Deutschland lieber mit der Frage, warum etwas nicht geht. So auch bei der Diskussion um den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen. Schnell sind die Schuldigen gefunden. Für den einen ist es das Arbeitszeitgesetz, das 2005/2006 die wöchentliche Arbeitszeit der Ärzte in den Kliniken von 60–70 Wochenstunden auf 40–48 Stunden reduziert hat, für den anderen ist es die Einführung der DRGs (Diagnosis Related Groups), die zur Abwanderung von Ärzten in die Kontrollgremien geführt hat. Bei der Pflege sind es plötzlich die hohen Zugangsvoraussetzungen, die die EU künftig an die Ausbildung stellen will, oder nicht mehr gezahlte Pflegeförderprogramme für die Ausbildung. Im Zweifel sind es immer die Politiker, die nicht frühzeitig Gelder bereitgestellt haben, damit alles so weitergehen kann wie bisher. Sollte man vom größten Wachstumsmarkt in Deutschland mit über fünf Millionen Beschäftigten nicht mehr erwarten können? ...