Journal Versorgung gestalten

Das Journal stellt aktuelle und innovative Versorgungsprojekte vor und dient dazu, Impulse und Akzente zu setzen, sowie konkrete Beispiele von erfolgreichen Versorgungsstrukturen aufzuzeigen, die helfen, die Herausforderungen einer zukunftsorientierten Gesundheitsversorgung zu bestehen.

Auszug aus den Artikeln

EDITORIAL

Bedarfsplanung – Planung am Bedarf vorbei?

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist der, dass alles das, was theoretisch gut aussieht, sich in der Praxis dann oft als untauglich erweist. „Die Theorie wird leicht mit den vergangenen und künftigen Problemen fertig; vor den gegenwärtigen ist sie machtlos“, sagte schon der französische Schriftsteller François de La Rochefoucauld (1613–80). So könnte es bald auch mit der neuen Bedarfsplanung aussehen, die das GKV-Versorgungsstrukturgesetz zum 01. 01. 2013 vorschreibt. Sind sich doch die führenden Köpfe der Politik und Selbstverwaltung einig: Es gibt eine Überversorgung in den Ballungsräumen und eine Unterversorgung auf dem Lande. Konzept über Konzept wird diskutiert. Da wird eine neue Deutschlandkarte mit Planungsbezirken entwickelt, die eine gerechte Verteilung der Bevölkerung auf die niedergelassenen Ärzte (Verhältniszahl) verspricht und den Ärzten selbst mehr Planungssicherheit geben soll. Künftig soll jeder Hausarzt 1.700 Bürger versorgen. In Interviews wird stolz verkündet, wie gerecht alles sein wird und wie man die Ärzte, wenn man sie der Chance einer Niederlassung in einer attraktiven Stadt oder Region beraubt, schon in die ländliche Versorgung bringen wird. Verschwiegen wird dabei aber, dass genau dieselben Köpfe versuchen, das Problem zu lösen, die es in der Vergangenheit schon nicht in den Griff bekommen haben… (von Dr. Ralf Stölting)